WJ vor Ort

Kinderheim St. Vinzenz

Wie es in einem Kinderheim wirklich aussieht, was dort passiert und welche Betreuungsmöglichkeiten den Jugendlichen geboten werden, all das wusste im Vorfeld keiner von uns.

Die bereits vor über 120 Jahren gegründete Einrichtung bietet stationäre, teilstationäre und ambulante Betreuungsformen, die sich auf sechs Standorte innerhalb der Stadt Bochum verteilen. Insgesamt sind derzeit 95 Mitarbeiter dort beschäftigt.

Über 2 Stunden hat sich Heimleiterin Petra Dieckmann mit ihrem Team unseren Fragen gestellt. Vorab hatte eine Besichtigung des Haupthauses am Imbuschplatz stattgefunden.

Die dort lebenden Gruppen sind nach dem Alter der Kinder unterteilt. Der aktuell jüngste Heimbewohner ist 2 Jahre alt und lebt nun schon seit über einem Jahr in "St. Vinzenz". Wir erfuhren, dass die durchschnittliche Verweildauer eines Kindes normalerweise zwischen 1,5 - 2 Jahren liegt. Abhängig ist dies immer von vielen Faktoren wie Sorgerechtsfragen, Gerichtsprozessen oder der Suche nach einer Pflegefamilie, die sich über längere Zeit hinziehen kann. Beispielsweise wird in der "5-Tage-Gruppe" eng mit den Familien zusammengearbeitet. Hier sind von So. bis Fr. Kinder untergebracht, deren Versorgung aus verschiedensten Gründen in den Familien nicht sichergestellt werden kann. Sie leben in der Gruppe als Familie zusammen und erlernen feste Strukturen, die dann an den Wochenenden nach Hause zurückgetragen werden. Unterstützt wird der Prozess durch die Fachkräfte des Heims, die in regelmäßigem Kontakt zu den Eltern stehen.
Auch spezielle Betreuung wird angeboten: In der "Diagnosegruppe" kümmern sich 5 Fachkräfte um maximal 7 schwer belastete Kinder/ Jugendliche.

Einrichtung und Anstrich haben uns sehr überrascht: alles ist farbenfroh, modern und gemütlich. Es entspricht nicht dem Bild des "klassischen Kinderheims", das viele vor Augen hatten.

Frau Dieckmann legte dar, dass dieses Erscheinungsbild und die Angebote über Rücklagen und Spenden finanziert werden, da die Regelpflegesätze, die das Kinderheim von der Stadt bekommt, nicht ausreichen. Diese Sätze decken lediglich die Grundbedürfnisse der Kinder.

Wir haben durch diesen Besuch den Eindruck gewonnen, dass Kinder in schwierigen Situationen in "St. Vinzenz" bestmöglich aufgehoben sind.

Die WJ zu Besuch im Kinderheim St. Vinzenz. So farbenfroh, modern und gemütlich hatten sie sich die Räumlichkeiten nicht vorgestellt.


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