Eine virtuelle Unternehmerreise nach Indien

Reiseführer zu Indien gibt es mehr als genug. Die Wirtschaftsjunioren begaben sich mit der Hilfe von Dr. Johannes Wamser auf Ihre ganz eigene Entdeckungsreise.

eiseführer zu Indien gibt es mehr als genug. Sei es für den Backpacker oder für den Trekking-Touristen, für den geschichtlich / kulturell interessierten Indienbesucher oder einfach nur für den Pauschaltouristen, der eine Rundreise durch Rajasthan gebucht hat; alle Interessen werden ausreichend bedient.

Ganz anders stellt sich aber die Situation für den Geschäftsreisenden dar. Die Beschreibung touristischer Attraktionen nützt da genauso wenig wie ein Exkurs über indische Mythologie. Auch die mittlerweile vielfältig angebotene Literatur, unter dem Oberbegriff „Investieren in Indien“ zusammengefasst, gibt für die Situationen und Herausforderungen, mit denen man als Geschäftsreisender konfrontiert wird, nur wenig Nützliches an die Hand.

Hier setzte eine Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe „Küche & Kultur“ bei den Bochumern Wirtschaftsjunioren an. Indienexperte und WJ-Mitglied Dr. Johannes Wamser von der Bochumer Unternehmensberatung Dr. Wamser + Batra GmbH bot einen facettenreichen Streifzug durch den Alltag des Geschäftsreisenden und all das, was im Umfeld dazu gehört. Er berichtete von seinen Beobachtungen, Erlebnissen und Erfahrungen, die er in mehr als 12 Jahren Indien gewonnen hat. Dabei beschäftigte er sich insbesondere auch mit der Frage, ob und wie man sich auf die interkulturellen Unterschiede einstellen kann. So sei unsere Erwartungshaltung von vielen Klischees durchsetzt, die uns suggerieren, dass wir unser Verhalten in Indien den dort vorherrschenden Sitten und Gebräuchen anpassen müssten, um – gelinde gesagt – nicht unangenehm aufzufallen. In Wirklichkeit, so Wamser, ist der Benimmcode für ausländische Besucher sehr einfach: Vergessen Sie weitestgehend die Tipps kluger Indienratgeber, die Ihnen weismachen wollen, dass Sie in Indien nicht über die innenpolitische Situation des Landes, nicht über den Kaschmirkonflikt und auch nicht über die Armut reden dürften. Na klar dürfen Sie. Die Frage ist nicht „ob“, sondern eben nur „wie“. Auch erwartet niemand von Ihnen, dass Sie zur Begrüßung die Handflächen in Brusthöhe senkrecht nebeneinander legen, eine Verbeugung andeuten und dabei „Namaste“ murmeln – solch „klugen“ Tipps sind für die Praxis absolut irrelevant. Entscheidend ist nur Ihre „gute Kinderstube“ – und es ist ganz egal, ob Sie in Hamburg, London oder eben in Delhi sind. Können Sie sich nicht benehmen, werden Sie überall anecken, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Indien. Mal ernster, dann wieder heiterer Natur wurde der Blick der Teilnehmer für das Unerwartete geschärft, Tipps zur Unternehmenspraxis in Indien gegeben und der indische Subkontinent als attraktiver Investitionsstandort für mittelständische Unternehmen vorgestellt.

 

 


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